Gestalttherapie

Gestalttherapeutische Arbeit mit dem Inneren Kind

Die Gestalttherapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren. Der Fokus liegt in der Gegenwart, im Hier und Jetzt. Der Patient wird im Rahmen der Gestalttherapie zum aktiven Gestalter seines Lebensalltags. Im Zentrum steht der Dialog zwischen Therapeut und Patient. 

Was ist Gestalttherapie?

Die Gestalttherapie gehört zu der Gruppe der sogenannten humanistischen Therapien. Nach dem humanistischen Ansatz hat jeder Mensch die Fähigkeit, sich weiterzuentwickeln. Der Therapeut sieht den Patienten als selbstbestimmtes Wesen. In der Gestalttherapie lernt er, die nötigen Kräfte zu aktivieren, damit er seine Probleme selbstständig bewältigen kann. 
In der Gestalttherapie interessiert sich der Therapeut dafür, wie der Patient die Welt sieht und warum er sie auf eine bestimmte Weise wahrnimmt. Der Gestalttherapeut betrachtet den Patienten nicht als Opfer seiner Vergangenheit und versucht nicht, die Bedeutung vergangener Erlebnisse zu deuten. Es geht vielmehr darum, ein Bewusstsein für die momentane Situation zu bekommen. Denn die Gestalttherapie basiert auf der Annahme, dass der Mensch das, was ihm bewusst ist, auch verändern kann. 


Gestalttherapie: Methoden

In der Gestalttherapie setzt der Therapeut kreative Methoden ein. So haben Rollenspiele in dieser Therapieform eine wichtige Bedeutung. Der Patient soll Konflikte bearbeiten, indem er einen Dialog mit der betreffenden Person inszeniert. Die betreffende Person ist nicht anwesend, sondern wird durch einen leeren Stuhl repräsentiert. Der Patient versetzt sich in beide Positionen. Er spricht einmal aus seiner Position und antwortet dann aus der Position des nicht anwesenden Konfliktpartners. Durch solche Rollenspiele kann dem Patienten der Inhalt bestehende Probleme deutlicher werden und er kann andere Kommunikationsweisen ausprobieren. 
Die Gestalttherapie nach Fritz und Laura Perls ist ein psychotherapeutisches Verfahren, das darauf zielt, abgespaltene und verdrängte Gefühle, Bedürfnisse und Persönlichkeitsanteile zu integrieren. Deshalb eignet sie sich hervorragend für die Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen, wie dem Inneren Kind. 

Inneres Kind

Das innere Kind und der innere Erwachsene – ressourcenreiche inneren Persönlichkeits-Anteile


Das innere Kind und der innere Erwachsene

Das innere Kind
Die psychotherapeutische Arbeit mit dem Inneren Kind hat in den letzten Jahren große Verbreitung gefunden. Alle Menschen tragen ein inneres Kind in sich, egal wie alt sie sind. Manche Menschen haben noch Kontakt zu ihrem Inneren Kind, andere haben ihn aufgrund seelischer Verletzungen und schmerzhafter Erfahrungen in der Vergangenheit abgebrochen. Je mehr wir unser Inneres Kind abgespalten und aus unserem Bewusstsein verbannt haben, desto mehr leiden wir darunter. Die wichtigste innere Beziehung, die ein Mensch führt, ist die mit seinem inneren Kind, egal, ob ihm das bewusst ist oder nicht. Doch warum ist das so? Weil das innere Kind einen riesigen Einfluss auf das emotionale System hat. Es ist entstanden, als der Mensch Kind war und das heißt, es hat all seine Gefühle ungefiltert und unreflektiert in sich aufgenommen. Denn unmittelbares Erleben ist das erste, was ein Mensch erfährt, wenn er geboren ist. 

Der innere Erwachsene
Neben dem inneren Kind haben wir einen weiteren wesentlichen Persönlichkeitsanteil in uns: den inneren Erwachsenen. Wenn wir diese beiden Teile miteinander in Kontakt bringen, wenn unser innerer Erwachsener lernt, sich liebevoll und fürsorglich um die Bedürfnisse des inneren Kindes zu kümmern, kann Heilung geschehen. Wir fühlen uns wieder ganz und überwinden die innere Isolation. Dein innerer Erwachsener ist genau der Mensch, den dein inneres Kind dringend braucht und den du dir selbst als Kind bitterlich gewünscht hast. Durch die Arbeit mit deinem Inneren Kind kannst du abgespaltene Anteile, Erfahrungen und Gefühle deiner Selbst re-integrieren, wieder ganz werden und heilen. 


Warum mit dem Inneren Kind arbeiten?

Wer als Kind wenig Liebe und Aufmerksamkeit, Schmerz und Missbrauch erlebt hat, lehnt sein Inneres Kind unbewusst ab. Die schmerzhaften Erfahrungen werden verdrängt, um sie nicht erneut fühlen zu müssen. Nur weil wir das verletzte Innere Kind, das symbolisch für schmerzhafte Erfahrungen und Gefühle aus der Vergangenheit steht, in die dunkelste Ecke unseres Unterbewusstseins verbannt haben, ist es nicht verschwunden. So lange wir leben, wird es nicht verschwinden und versuchen, sich Gehör zu verschaffen. 

Es gibt nur einen Ausweg: 
Das verletzte Kind in uns befreien und uns mit ihm aussöhnen

Mit Hilfe der gestalttherapeutischen Techniken ist die Kontaktaufnahme zu ressourcenreichen inneren Persönlichkeits-Anteilen (vor allem dem Inneren Kind, der guten Mutter/Vater etc.) möglich. Das Gegensatzpaar Erwachsene(r) / Inneres Kind in der Therapie bewusst zu erfahren und ihre Beziehung zueinander erforschen zu können, ist ein Meilenstein im therapeutischen Prozess, durch den innere Stärke und Stabilität (wieder)erlangt werden können und echte Beziehungsfähigkeit erwachsen kann. Deshalb wird dieser Polarität besondere Aufmerksamkeit gewidmet. 

Welche Probleme werden mit der Gestalttherapie behandelt?

  • Angststörungen: Panik, Versagensängste ,Soziale Ängste , Posttraumatische Belastungsstörung, Phobien
  • Essstörungen: Übergewicht , Bulimie
  • Depressionen, Trauer, Ärger, Wut, seelische Verletzungen und Kränkungen
  • Arbeitsprobleme: Burnout, Überforderung, Stressbewältigung, Konzentrationsprobleme, Mobbing
  • Liebeskummer, Trennung , Scheidung
  • Schlafstörungen
  • Schmerzen: Kopfschmerz, Rückenschmerz
  • Psychosomatische Beschwerden