EMDR® Traumatherapie

Was ist ein seelisches Trauma?

Der Begriff „Trauma“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Verletzung“. Unter einem psychischen Trauma versteht man eine seelische Verletzung oder eine starke psychische Erschütterung, die durch ein extrem belastendes Ereignis hervorgerufen wird.

Dazu gehören zum Beispiel Naturkatastrophen, schwere Unfälle, Vergewaltigungen, Terroranschläge, Kriegserlebnisse oder Entführungen. Solche Ereignisse können extremen Stress und Gefühle der Hilflosigkeit und des Entsetzens auslösen.

Dies kann der Fall sein, wenn jemand selbst von dem Ereignis betroffen ist oder wenn er – etwa als Augenzeuge – miterlebt, wie andere Opfer dieses Ereignisses werden.

EMDR Augen Seelentrauma

Mit EMDR® Seelentrauma heilen, denn Nichts lähmt die Flügel der Seele so sehr wie Angst.


Was ist EMDR?  

Die Abkürzung EMDR® steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing, was auf Deutsch Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegung bedeutet. Dr. Francine Shapiro (USA) entwickelte diese Psychotherapieform zur Behandlung von Traumafolgestörungen Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Mit der EMDR®-Methode können Traumafolgestörungen bei Erwachsenen sowie Kindern und Jugendlichen behandelt werden. In Deutschland wird EMDR® etwa seit 1991 angewendet. 2006 hat der wissenschaftliche Beirat für Psychotherapie EMDR® als wissenschaftlich begründete Psychotherapiemethode anerkannt. Während der Behandlung soll sich der Patient auf eine besonders belastende Phase seines traumatischen Erlebnisses konzentrieren. Der Therapeut animiert ihn dabei, mit den Augen seinen langsamen Fingerbewegungen zu folgen. Dies führt bei den Patienten zu einer spürbaren Verringerung der Ängste, die aus diesen Erinnerungen hervorgerufen werden. 


Wann kommt EMDR ® zum Einsatz?

Normalerweise wird Erlebtes vom Gehirn verarbeitet und ad acta gelegt. Negative oder gar traumatische Erlebnisse können jedoch psychische Wunden hinterlassen. Sind diese Wunden geringfügig, kann das Gehirn sie ohne Hilfe bewältigen, so wie der Körper eine kleine Schnittwunde selbständig heilt. 
Sind diese Verletzungen allerdings schwerwiegend, können sie die Selbstheilungskräfte des Gehirns überschreiten – das Erlebte wird in unverarbeiteter Form (gewissermaßen in Rohdaten) im Gehirn abgelegt und durch ähnliche Situationen immer wieder unkontrolliert evoziert. Dadurch kann es zu allen denkbaren Störungen, Ängsten und Blockaden kommen: Das weitere Leben steht im Schatten des Erlebten. Hier hilft EMDR® bei der Bewältigung. 


Sinn einer EMDR ® Therapie

Normale Erfahrungen speichern wir im Gedächtnis, indem sie sortiert und mit bisherigen Inhalten verknüpft werden. Ein Trauma hingegen wird vermutlich nicht normal einsortiert, sondern mitsamt allen dazu gehörenden Sinneseindrücken und Gedanken separat gespeichert. Später kann alles was an das Trauma erinnert – ein lauter Knall, ein Geruch, eine Berührung – dazu führen, dass der Betroffene das Gefühl hat, die Situation nochmals zu durchleben. Angst, Hilflosigkeit und körperliche Reaktionen wie Atemnot und Herzrasen sind die Folge. Ziel einer EMDR® Therapie ist deshalb, die Erinnerung an das Trauma wie eine ganz normale Erinnerung ins Gedächtnis einzusortieren. Betroffene sollen sich nicht mehr wehrlos in die Situation zurückversetzt fühlen, sondern im Anschluss an eine Traumatherapie die Erinnerungen normal wahrnehmen und aushalten können. 

EMDR hilft traumatisierten Patienten das Erlebte durch gezielte Bewegungen der Augen zu verarbeiten.

Die Traumatherapie hilft Menschen,
schlimme Erlebnisse zu verarbeiten


EMDR ® – Wirkung der Methode

Eine Traumatherapie mit EMDR® soll über drei Mechanismen bewirken, dass der Betroffene die Erinnerungen an das Trauma nicht mehr als bedrohlich erfährt: 
Bei EMDR® werden Erinnerungen an das Trauma wiederholt in der sicheren Umgebung der Therapie hervorgeholt und so mit dem Gefühl relativer Sicherheit verknüpft. So lernt der Betroffene, dass die Erinnerungen nicht bedrohlich sind. Das liegt daran, dass das Gedächtnis alles miteinander verknüpft was häufig gepaart auftritt. Ähnlich wie bei Höhenangst oder Flugangst wird die Angst immer geringer, je öfter man sich ihr stellt. 
Forscher gehen davon aus, dass im Traum Erinnerungen sortiert und im Langzeitgedächtnis gespeichert werden. Die schnellen Augenbewegungen während der EMDR® Therapie sollen die Augenbewegungen simulieren, die wir machen, wenn wir träumen. EMDR® soll so Gedächtnisprozesse anregen und eine schnellere Heilung mittels Traumatherapie ermöglichen. 
Die rhythmische Stimulierung durch die Augenbewegungen soll dem Patienten außerdem erleichtern, sich zu entspannen und die bedrohlichen Erinnerungen an neutrale Reize zu koppeln. Deshalb setzen manche Therapeuten zusätzlich auch beidseitige Berührungen an den Armen ein.


Wo hilft EMDR® ?

  • Posttraumatische Belastungsstörung
  • Auswirkung belastender Lebenserfahrungen
  • Starke Trauer nach Verlusterlebnissen
  • Folgen von Bindungstraumatisierungen
  • Depressionen
  • Angst und Panikstörungen
  • Chronische Schmerzen
  • stoffgebundene Abhängigkeit (besonders im Zusammenhang mit   Traumafolgestörungen)
  • psychophysische Erschöpfungssyndrome
  • Entwicklungs- und Verhaltensstörungen von Kindern

Jede Seele hat ihre Eisregionen und Wüstenlandschaften,
und nur wo Tauwasser die verdorrte Erde tränkt,
gedeihen die Gärten des Lebens.

Andreas Tenzer